5. März bis 26. Juni 2016

Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen

Ricordi e Stima

Fotografie und Oral History zur italienischen Migration

nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er Jahre in der Schweiz

Pagina in lingua italiana

Ein Ausstellungsprojekt des Vereins «Ricordi e Stima»

«monumento migrante»

Künstlerische Intervention

Am Samstag, 27. Februar 2016 fand die Intervention «monumento migrante» von Davide Tisato und Alexander Übelhör zusammen mit Migrantinnen und Migranten statt. Sie machte auf die Ausstellung und auf das Thema Migration aufmerksam.

Video der Intervention

Exposé «monumento migrante» PDF

Das Buch zur Ausstellung

Vernissage: 16. Dezember, 18 Uhr
Raum für Literatur

Grazie a voi.

Ricordi e stima – Fotografien zur italienischen Migration in der schweiz.

Von Integration sprach niemand, als die Italienerinnen und Italiener während des Nachkriegsaufschwungs in die Schweiz kamen, die Schweiz erwartete von ihnen Assimilation. Dabei sahen sie sich mit einer erheblichen Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Als Antwort auf die geschlossene schweizerische Gesellschaft gründeten sie ihre eigenen Vereine für Sport und Freizeit, organisierten kulturelle Anlässe sowie Feste und eröffneten eigene Schulen und Kindertagesstätten. Sie schufen sich ihre eigene Welt und veränderten von dort aus sich und die Schweiz.

«GRAZIE A VOI.» zeigt Fotografien aus dem Leben dieser italienischen Migranten, und zwar ihre eigenen Bilder: Fotografien von Familien und Einzelpersonen und von Fotografen, die an offiziellen Anlässen und Festen der italienischen Gemeinschaft aufgenommen wurden. Sie

erzählen von Alltag und Familie, Bildung und Politik, von Freizeit, ehrenamtlichen Tätigkeiten in Vereinen, Feiern und Eleganz.

Das Buch zeigt so in vorwiegend privaten, manchmal intimen Bildern ein Kapitel italienischer Migration in der Schweiz und ist darin gleichzeitig ein politisches Lehrstück.

Begleitprogramm

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Mit der zweiten Immigrations­welle nach dem Zweiten Weltkrieg aus Italien in die Schweiz gekommen, bildeten die italienischen Migrantinnen und Migranten die grösste Migrationsgruppe in der Schweiz. Nach wie vor gehören sie auch heute immer noch zu den grössten Einwanderungs­gruppen. Die Italienerinnen und Italiener hatten massgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Schweiz beigetragen. Trotzdem war es eher ein Nebeneinander, verbunden mit Abwehr und Fremden­feindlichkeit, was das Verhältnis zwischen SchweizerInnen und ItalienerInnen in der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre kennzeichnete.

Die ersten Italienerinnen und Italiener, die unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in die Schweiz migrierten, kamen mehrheitlich aus Norditalien, ab Ende der 1950er Jahre, machten sich auch immer mehr Süditalienerinnen und -italiener auf den Weg in die Migration.

Diese Foto-Ausstellung ist unter anderem eine Annäherung durch Foto­grafie und Oral-History an den Alltag der Italienerinnen und Italiener, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus wirtschaft­lichen Gründen in die Schweiz immigriert sind, um in der Schweiz zu arbeiten. Sie gestalteten ihre eigene gesell­schaftliche Welt und veränderten von dort aus sich und die Schweiz. Sie brachten den Schweizerinnen und Schweizern die Italianità näher wie auch die italienische Esskultur, die heute ein Bestand­teil der schweizerischen Küche geworden ist.

Der Verein «Ricordi e Stima» (Erinnerungen und Wertschätzung)

Trägerschaft

Das Ausstellungsprojekt wird getragen von der Associazione/Verein «ricordi e stima», Zur Realisierung von Geschichts- und Kulturprojekten der Italienerinnen und Italiener der Ostschweiz». Der Verein wurde gegründet von Vertreterinnen und Vertreter der italienischen Vereine und Institutionen in Zusammenarbeit mit dem Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz.

Gründungsmitglieder
  • Sergio Giacinti, C.O.M.I.T.E.S., St.Gallen
  • Rolando Ferrarese, Centro Socio-Culturale St.Gallen
  • Rosalba Moretti, Associazione Aiuto Anziani, St.Gallen
  • Franco Carrer, Kinok, Cinema in der Lokremise, St.Gallen
  • Giuliano Alghisi, Solidarietà e Progresso, St.Gallen
  • Donato Fiorentino, Comitato Cittadino, St.Gallen
  • Sandra Biasotto, Dante Alighieri, Rorschacherberg
  • Biagio Lacaria, Gabriele Mascialli, Comitato Genitori, St.Gallen
  • Alexa Lindner, Christina Genova, Marina Widmer, Vorstandsmitglieder Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz, St.Gallen
  • Fausto Tisato, Grafiker, Heiden
  • Max Lemmenmeier, Historiker, St.Gallen
Kontakte
@Centro Socio-Culturale
Unterer Graben 1, St.Gallen
Rolando Ferrarese, 071 223 76 07
@Solidarietà e Progresso
Giuliano Alghisi, 071 244 91 36 (italienisch)
@Archiv für Frauen-, Geschlechter-
und Sozialgeschichte

Florastr. 6, St.Gallen
Marina Widmer, 071 222 99 64
Pressetext

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Finanzielle Unterstützung der Ausstellung
  • Ortsbürgergemeinde St.Gallen
  • Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden
  • Gemeinnützige Gesellschaft Kt. St.Gallen
  • Gemeinnützige Gesellschaft Kt. Appenzell A.Rh.
  • Arnold Billwiller Stiftung
  • Steinegg Stiftung
  • Johannes und Hanna Baumann-Stiftung Herisau
  • Walter und Verena Spühl-Stiftung
  • Otto Gamma-Stiftung
  • Bertold-Suhner-Stiftung
  • Dr. Fred Styger Stiftung
  • Hans und Wilma Stutz Stiftung
Sponsoring

Gestaltung & Code: j.wssnr.ch
In Anlehnung an das Plakat von Fausto Tisato